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aschmann ruegge architekten ag versteht sich als ein innovativ denkendes Architekturbüro im Glarnerland. Seit 1999 plant und baut ein Team, von über zehn MitarbeiterInnen, individuelle Bauten auf unterschiedlichsten Meereshöhen, mit divergierenden Anforderungen und anspruchsvollen Nutzungen. Die sorgfältige Auseinandersetzung mit der Umgebung und das Einbetten in bereits bestehende Strukturen führen zu Resultaten, welche überzeugen.

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Aufgrund des Projektierungsauftrages für das Hotel Alpenblick in Braunwald durften wir uns nach dem Neubau Berghotel Mettmen in Glarus Süd erneut mit der Beherbergung und Bewirtung von Gästen im alpinen Raum auseinandersetzen.
Der entscheidende Unterschied der beiden Projekte liegt in ihrer raumplanerischen Lage. Das Berghotel Mettmen liegt ausserhalb der Bauzone im Wildschutzgebiet, der Alpenblick liegt innerhalb des Siedlungsgebietes in der Dorfkernzone.
Aufgrund eines Grossbrandes wurde das alte in Holzbauweise erstellte Hotel ein Raub der Flammen. Übrig geblieben sind einige wenige Relikte wie die markante Zugangstreppe von der Bahn her und Teile des Kellers.
Braunwald und Linthal haben eine starke touristische Geschichte vorzuweisen (Bad Stachelberg, Hotel Niederschlacht, Hotel Bellevue und Hotel Alpenblick und seit den 30er Jahren das Ortstockhaus). In die gleiche Kategorie wie die ersten vier genannten Bauten gehört das ehemalige Sanatorium, das für die Heilung von Lungenkranken erbaut worden ist.
Neben den grossen Hotelkomplexen entstanden seit den 30er Jahren (als es noch keine Zonenplanung gab) viele Ferienhäuser und Braunwald entwickelte sich als Streusiedlung mit markanten Grossbauten.
Die Materialisierung der Bauten war geprägt von den verfügbaren, lokalen Materialien wie Stein und Holz. Konstruktiv setzte man auf den leichten und preisgünstigen Holzbau. Die Ferienhäuser waren meist als Sommerhäuser konzipiert. Alles Material das nicht in Braunwald vorhanden war musste mit der Standseilbahn von Linthal hochtransportiert werden und dann mit Pferdefuhrwerken verteilt werden.
Ähnliche Hotelbauten in Holz, wie sie in Braunwald erstellt worden sind, finden wir in der ganzen Schweiz (z.B. Schatzalp, Davos / Grandhotel Giessbach, Brienz / Hotel Bellevue des Alpes, Kleine Scheidegg, etc.). Das interessante ist, dass in Braunwald gleich drei (mit dem Sanatorium sogar vier) dieser grossen Bauten erstellt worden sind. Zudem kommen in Linthal das Hotel Tierfehd und das Hotel Stachelberg dazu, also eine Dichte, die schweizweit einmalig ist.
Unser Ansatz bei diesem Projekt liegt im Blick auf das ursprüngliche, den Start der touristischen Entwicklung in Braunwald. Der Alpenblick, und dessen sind wir uns bewusst, liegt an prominentester Lage, am Eingang von Braunwald und er empfängt alle die vom Tal in Braunwald ankommen.
Wir beziehen uns typologisch auf den traditionellen Hotelbau, wie oben beschrieben. Wir planen das neue Hotel aufgrund der Anforderungen in der Gefahrenzone in Holzelementbauweise zu realisieren.
Der Aufbau des Gebäudes ist klassisch und besteht aus einem Sockelgeschoss das durch den Geländesockel gebildet und entlang dem der Weg Richtung Gumenbahn führt. Über dem Sockelgeschoss etablieren wir einen zweiten Sockel mit dem öffentlichen Teil des Hotels, also mit Empfang, Lounge, Restaurant und Bar, sowie der vorgelagerten Gartenterrasse. Darüber liegt die Mittelpartie, welche durch den Dachrand abgeschlossen wird. Zurückversetzt liegt das Dachgeschoss hinter dem Dachrand.      
Die Gebäudepartien werden horizontal durch unterschiedliche Simsen getrennt und ausgezeichnet. Ein- und Ausgänge werden mit Verdachungen, welche sich aus den Simsen entwickeln ausgezeichnet.
Das Gebäude hat eine offene Seite nach Süden hin mit den Veranden und der offenen Halle vor dem Speisesaal und der Lounge. Diese offene Seite offenbart mit den stehenden Holzplatten das Innere des Hauses welches sich so weiterentwickelt. Die stehenden Lärchholzplatten sind nur im Regenschatten angewendet, aussen ist das Hotel mit geraden Lärchholzschindeln eingekleidet.
Konstruktiv haben wir uns für einen Holzelementbau mit verkleideten Holzelementen wie oben beschrieben entschieden. Auch Innenwände sind, wo statisch nicht erforderlich in Leichtbau erstellt, wie es in Mettmen bei den Zimmertrennwänden erfolgt ist. Als stabilisierendes Element wirkt das Kellergeschoss, das als „Betonkiste“ ausgebildet wird. Die oberen Geschosse werden durch den Treppenkern und vereinzelte statisch bedingte Betonscheiben versteift.